Re: entsorgung salzsäure-ätzlösung

Knolles ELEKTRONIK Forum

Geschrieben von Theodor Wadelow am 30. August 2008 23:13:23:

Als Antwort auf: entsorgung salzsäure-ätzlösung geschrieben von How?where? am 30. August 2008 20:59:06:

Hallo,

Mit Natron neutralisieren und dann?
Toilette sonder Müll?
Neutralisieren mit Natronlauge, also "Ätznatron" als alter Name, NaOH chemisch gesehen; das gleiche Zeug wie Fotopositiv-Entwickler.

Womit ätzt Du denn, daß da Salzsäure übrigbleicbt ? Das kann eigentlich nicht sein. Bei Eisendreichlorid bleibt doch m.W. Eisenhydroxid und Kupferchlorid über und beim Ätzen mit Natriumperoxodisulfat (farblose "Feinätzkristalle") bleibt wohl Schwefelsäure und Kupfersulfat über.
Oder arbeitest Du mit Salzsäure/Wasserstoffperoxid ?

Das Hauptproblem, der wirklich fiese Giftstoff überhaupt sind bei deisen Abfallösungen die Kupfer(2+)-Ionen Kupfer ist und bleibt chemisch gesehen ein Schwermetall. Und die sind durch die Bank weg giftig. Vor allem für Wassertiere. Wer das nicht glaubt, der gieße mal eine Pflanze mit Kupfersulfatlösung. Die stirbt binnen einer Woche.

1.) Neutralisieren. Wenn man die Lösung bis auf pH 11 (stimmt der Wert ?) alkalisch gemacht hat, dann müßte man fast alles Kupfer aus der Lösung als verschiedene Varianten von Kupferhydroxiden abgescheiden haben. Wenn man nach langem Absettzen-Lassen die über dem Sumpf am Boden stehende Lösung abfiltriert (oder auch schnöde abdekantiert) dann kann man die gefahrlos in den Ausguß gießen. Ein bischen Brühe bei pH 11 bringt im Amateurmäßigen Maßstab kein Klärwerk um. Außerdem verschwinden im Schlimmsten Fall einige Fettreste aus dem Abfluß. Wer Angst hat kann ja zur Beruhigung die 10-20fache Menge Wasser hinterherlaufen lassen. Den Rückstand trocknet man z.B. in einer Schale (dir Schale in eine Ecke von irgendeeinem Schuppen gestellt und dort 2 Wochen liegen lassen) und gibt die verbackenen Reste bei der Schadstoffsammelstelle ab "Da, bitteschön: Schwermetallsalze! Hab' ich selbst gemacht :)"

2) Wenn man genug Zeit und einen ruhigen Platz hat, dann kann man das Wasser auch einfach aus der Lösung rausverdunsten lassen. Super sind die großen Photolaborschalen, aber man sollte sie abdecken können; z.B. mit einem Fliegengitter. 2..3 Monate stehenlassen und da ist nurnoch ein festgebackener Bodensatz. Den gibt man zur Schadstoffsammelstelle. Das spart vor allem die unglaublichen Mengen an Natronlauge, die man zum Neutralisieren bräuchte. Wenn man zum Neutralisieren extra Natronlauge kauft, dann kann man sich gleich pH-Papier dazu geben lassen. Und zwar am besten nicht Universalpapier für pH 0-14, da sieht man nämlich nur "alkalisch" drauf, weil der alkalische Bereich bei Universalpapier nicht so enorm aussagekräftig ist, sondern besser alkalisches pH-Testpapier von pH 9-14 oder so. Dieses Verfahren wird wohl nicht so gut mit den Resten von Salzsäure/Wasserstoffperoxid gehen, aber das käme auf einen Versuch an.

Achz und eine Warnung noch: Beim Neutralisiern mit Natronlauge wird zumindest die Restlösung der Feinätzkristalle bullig warm. Eigentlich sollte man ja Die Ätzrestlösung mit in Wasser aufgelöster Natronlauge neutralisieren, aber dann hat man ja noch mehr Lösung! Also gleich die feste NaOH reingekippt und dann aber a) gut rühren und b) auf Sieden und Spritzer aufpassen. Und erstmal immer nur kleine Mengen (<=1 Esslöffel; <= 10g) zugeben, damit die Reaktion nicht gar zu heftig werden kann. Schutzbrille nicht vergessen.
-Theo

Antworten:

Knolles ELEKTRONIK Forum

| ©www.HobbyElektronik.de | ©Knolle_P | (©Oliver Pering) |