>Allerdings soll das Feinätzkristall wesentlich weniger ergiebig sein.
Das muß er auf den ersten Blick nichtmal:
* Na2S2O8 hat 238 g/mol
* 1 Mol Na2S2O8 löst 1 Mol Cu auf
-> 238 g Ätzmittel können theoretisch 1 mol Kupfer (64g) auflösen
* FeCl3 hat 162 g/mol
* man braucht 2 Mol FeCl3 pro 1 Mol Cu
-> 324 g Ätzmittel können theoretisch 1 mol Kupfer (64g) auflösen
Dazu kommt aber wohl noch ein Haufen Kinetik. Niemand benutzt Ätzlösungen bis zum Ende, denn die letzte Platine wird theoretisch unendlich langsam geätzt ;)
Soviel zum Unterschied. Das "weniger ergiebig" steht überall, aber Belege habe ich dafür noch keine gesehen. Das wird wohl einfach nur so als urbane Legende von Hinz und Kunz weiterzitiert, glaube ich.
Aber ich habe eine Küvettenenätzanlage zum Ätzen, damit mache ich wenn's hochkommt 30 Platinen im Jahr. Ist ja nur Hobby. Ich kriege aus meinen 3L Ätzlösung mit 600g Feinätzkristall locker 30 Platinen raus. Sprich: Meine Ätzlösung wechsele ich quasi turnusgemäß einmal im Jahr. Am Anfang dauert das Ätzen bei 45°C knapp unter 10 Minuten. Wenn das Ätzen dann irgendwann 20 Minuten dauert, dann fliegt die Lösung raus. Das ist bisher mit erstaunlicher regelmäßigkeit immer im Herbst passiert.
Und mit Feinätzkristall sehe ich halt, wie die Platine frei wird. Ich leuchte mit einer Halogenlampe von hinten durch die Platine durch, dann sieht man quasi in hellgrün auf dunkel, wie sich 10 mil Schlitzchen (0,254 mm !) auftrennen. Ja, 0,25 mm geht, wenn die Platienn und die Entwickler- und Ätzlösung neu sind.
>Taugt diese Isel Sprühätzanlage was die bei Reichelt im Katalog drinne ist?
Sprühätzanlagen sind natürlich viel toller. Ich habe die "alte" von der Radix GmbH, die nicht mehr gefertigt wird bei einem Bekannten auch schon in Aktion gesehen. Das Ätzen ging m.E. schneller, vor allem weil der Mann die Temperatur auf über 60° (!) hochgerissen hat und die Ätzlösung immer so dick ansetzt, daß sie bei Raumtemperatur teilweise auskristallisiert. Der nimmt auch Na2S2O8
Bei dem System kann aber nicht gut zugucken, weil man durch den Sprühnebel nix sehen würde. Schon mal in einen laufenden Geschirrspüler geguckt? Da sieht man garnix mehr. und außerdem ist die Wanne der Anlage bei Radix weiß matt :(
Was mich erschreckte war de m.E. recht große menge an Ätzmittel. Damit könnte ich jahrelang ätzen. Gut, ist was anderes, wenn man 20-25 Platinen im Monat macht, aber für mich ist das nix. Die ISEL Anlagen werden schon funktionieren ;) Mein Küvette ist auch von ISEL. Aber bei dem Sprühätzer schreckt mich der Preis doch ganz gewaltig ab. Zumal ich wie gesagt nicht den Durchsatz habe. Ist wie sich einen Porsche Cayenne zu kaufen zum zur Arbeit zu fahren. Ist man schneller oder besser durch die Innenstadt durch, weil man Cayenne fährt? Gut, im Notfall passen da 5 Leute da rein ohne sich auf den Zehen zu stehen. Aber ist das der Kaufgrund? Für mich nicht. Aber wenn mir einer einen Sprühätzer schenken würde, ich würde wohl nicht nein sagen ;) Sind halt schon was geil, die Dinger.
>Stinkt das eisen 3 Chlorid Zeugs und ist das auch gesundheitsschädlich von wegen Dämpfen ?
FeCl3 hat einen charakteristiesch "muffigen" geruch, wimre. Ich hatte halt nur einmal selber das Vergnügen. Die Geruch könnte durch irgendwelche Verunreinigungen im Ätzmittel zustande kommen, die dann langsam zersetzt werden und dabei wohl etwas Geruch freisetzen. Gase solten beim Ätzen nicht freiwerden. Aus FeCl3 wird zwar beim Ätzen FeCl2, aber das überschüssige Chloridion bleibt in der Lösung gelöst.
Ach, Knolle: Was schlägst Du als erfahrener Webhase denn vor, wie ich mich mit dem "falschen" Theodor umgehen soll? Der macht mir doch mit seinen sachlich falschen Antworten unter meinem Namen das ganze bischen Ruf kaputt, das ich habe. Mit anderen Worten: Die Sau ruiniert meinen Namen. Das ist üble Nachrede, verleumdung oder was-weiß-ich-was. Auf jeden Fall bekomme ich langsam Lust für dieses Problem ohne großes Nachdenken eine "ernsthaft männliche"(tm) Lösung zu finden.
Danke für ein paar Hinweise.
-Theo
Deine Rechnung hin oder her, ich habe sie nicht überprüft - die Praxis zeigt aber ganz eindeutig, dass Eisenchlorid wesentlich ergiebiger und auch länger haltbar ist. Das Persulfatzeuch ist schnell am Ende, kristallisiert aus, setzt Schläuche zu. Und viel teuer ist es auch noch.
Dazu kommt, dass Eisenchlorid auch bei Zimmertemperatur funktioniert - ok, es dauert etwas länger, aber es geht. Persulfat will min. auf 40° angewärmt sein. Und wie mach ich das? In der Küche, in der Mikrowelle?
Eisenchlorid stinkt nicht, steht bei mir immer rum.
1kg in 1l Wasser für einen Spottpreis (3€ glaube ich), wird seit Jahren benutzt, und geht immer noch prima.
Den Kram mit Säure und Peroxid habe ich noch nicht ausprobiert. Für mich sinnlos gefährliches Zeug, gerade Peroxid auch nicht lange haltbar. Ausserdem bekommt man heutzutage schnell Schäubles Schergen auf den Pelz, wenn man Wasserstoffperoxid kauft :-)