Re: Messung der Transistoren-Anschlüsse - da ist was faul

Knolles ELEKTRONIK Forum

Geschrieben von Theodor Wadelow am 07. Januar 2010 15:09:22:

Als Antwort auf: Re: Messung der Transistoren-Anschlüsse geschrieben von Andre am 05. Januar 2010 08:25:28:

Hallo,

>Eins darf man Dir lassen: Du vermittelst das Gefühl, jemandem wie mir wirklich helfen zu wollen ;-)
Das freut mich sehr, dankeschön.

>Ich denke - besser gesagt hoffe - die Vorstufen sind nicht defekt.
Transistoren ausbauen und nachmessen. Anders wird es wohl nicht gehen.


Ich habe gerade mal die Spannungen an den Anschlüssen für die Transistoren gemessen - also für die Endstufentransistoren, die ausgebaut sind und davon eine Zeichnung in Eagle konstruiert.
Link: s5.directupload.net/file/d/2030/92cufosf_png.htm

Oh, interessant. Und nichtssagend. Und irgendwie falsch. Die Messung rehts (am 2SB1493) kann so nicht richtig sein, denn die drei Spannungen müssen sich zusammen zu null addieren lassen. Das geht links schon schlecht (+/- Messfehler) und rechts eher garnicht. Da ist was faul. Wiederhole die Messung mal an der funktionierenden Endstufe.
Weiterhin ist der 2SD2255 ein NPN-Darlington und der 2SB1493 ein PNP-Darlington, das ist im Bild auch falsch.

Was ich eigentlich wissen wollte ist die Betriebsspannung, zwischen den Kollektoren der Transistoren gemessen. Also vom Kollektor des 2SD2255 (+) zum Kollektor des 2SB1493 (-)

Ich vermute, daß diese Spannung über 80V betragen wird, d.h. mit den BDX..B-Transistoren wird es mangels Spannungsfestigkeit (nur 80V, Du hast aber 80+x Volt Betriebsspannung) nicht gehen.

>Ob die Werte passen oder nicht, vermag ich nicht zu sagen. Dazu fehlt mir die Erfahrung.
Dann überlass' das dem Forum, aber wir brauchen einen Schaltplan von der Endstufe
Den mußt Du bitte abzeichnen, sonst wird es garantiert nix.


Ich habe in UK einen Shop gefunden, der sogar noch die originalen Bauteile führt. Die werde ich mir wohl bestellen, da fahre ich am besten mit.
Da die exakten Teile sowie der Versand aus UK wohl nicht billig ist, würde ich ja die BDW83/84 C oder D von Reichelt zu ja 1,xx € / Stück nehmen, dann kannst du gleich die Potis zum Einstellen des Ruhestromes mitbestellen.



Schließlich ist in jedem Falle ein ordentlicher Abgleich des Ruhestromes bzw. Arbeitspunktes jeder Endstufe einzeln erforderlich.

Ist das eigentlich auch nötig, wenn ich die Originalteile einbaue? Nein, oder?
Doch ist er, denn bei neuen Transistoren kannst Du nicht sicher sein, daß die gepaart sind.
Überleg' mal: Warum ist das Abgleichpoti denn vorgesehen, wo diese Endstufe doch schon immer mit 2SD2255 und 2SB1493 bestückt wurde ?
Der Hersteller hat bei dem Verstärker die Potis wohl durch Widerstände ersetzt, weil die an einem gewissen Punkt sehr gut paarig laufende Transistoren bekommen haben (evtl. Vorselektion beim Lieferanten oder Hersteller)), die das Abgleichen überflüssig machten. Das ist ein Positiv-Effekt von Massenfertigung, der ergibt sich aber nicht nach Reparatur.

Das Abgleichen gleicht einige Mikrovolt Unterschied in der Bassispannung und somit einige µA Unterschied im Bassistrom aus. Da der auszugleichende Fehler aber leider mit hFE (mindestens 10000) multipliziert wird, ergeben sich etliche 100 mA Unterschied im Kollektorstrom, je nachdem wie gut der Abgleich ist.
Der soll aber in Ruhe nicht zu hoch und nicht zu niedrig sein, so daß der Abgleich zwingend erforderlich ist. Die 50 mA von dolf sind ein ordentlicher Schätzwert, würde ich sagen.
Ein Oszilloskop ist zum Abgleich nicht nötig, denn man kann unzureichenden Ruhestrom sehr gut hören, wenn man einen reinen Sinus anlegt. Die Verzerrungen sind für das menschliche Ohr nicht überhörbar.
Wenn das Ergebnis gehörmäßig stimmt, dann wird der Strom sicherheitshalber nochmal mit dem Multimeter über die Emitterwiderstände nachgemessen und gut ist.


Q31 gehört zur "Protection"-Abteilung.
Q37 ebenfalls.
Q32 weiß ich nicht.
Und wie heißen die beiden Transistoren, die jeweils in der Mitte zwischen den Endstufentransistoren verbaut sind ? Welchen Typ haben die ?

Als Hinweis, wie der Schaltplan Deiner Endstufe in etwa aussehen könnte, will ich auf www.spicelab.de/gegentakt2.htm hiweisen.

Die waagerechten Verbindungen ganz oben und unten sind die Versorgunggspanungen +U und -U, bei V8 und V9 sind die dicken 2S... Transistoren einzusetzen und R3/R4 wird durch die weißen Klötze (CP1/?) ersetzt. Der Vorstufentransistor V6 ist vielleicht der unbekannte Transistor, der in der Mitte auf dem Kühlkörper montiert ist.

-Theo

Antworten:

Knolles ELEKTRONIK Forum

| ©www.HobbyElektronik.de | ©Knolle_P | (©Oliver Pering) |