Mann-o-mann, das Foto ist recht gut gelungen. Wie oft mußtest Du das denn versuchen ? Ist bestimmt nicht einfach, Blitz und Kamera gleichzeitig auszulösen, oder ?
Des Rätsels Lösung dürfte a) Der Holzfußboden isoliert nicht allzu gut (nicht bei ca. 10kV aus dem Piezo-Element ! ) und b) der Kondensatoreffekt sein.
Stell' Dir vor, Du schließt am Draht einen Kondensator an, der zur Gegenelektrode zurückgeht.
Dann würde der Strom aus dem Draht in den Kondensator und zurüvk zur Gegenelektrode fließen.
Da der Strom während des Auslösen des Piezoelements nur a) winzig klein ist und b) *sehr* kurz fließt, würde das gut gehen. Nach dem Auslösen wäre der Kondensator (etwas) geladen.
Du (das Piezoelement in der Hand haltend) und der Stuhl bilden ebenfalls einen Kondensator. Dein Körper ist mit der Gegenelektrode des Piezos leitend verbunden, der Stuhl bildet die Gegenplatte des Kondensators.
Das kannst du Dir so vorstellen, wie es bei Wikipedia zum thema Antennentechnik gezeigt wird:
de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Dipolentstehung.gif
Was am anfang zwei Kondensatorplatten sind ist am Ende des "Auseinanderziehens" halt dein Körper und der Stuhl.
Die Kapazität sinkt dabei natürlich dramatisch. Aber ganz wenig Kapazität reicht schon.
Ich habe mal eben mit einem Kapazitätsmeßgerät und einem Blechstuhl dein Experiment nachvollzogen. Mit der einen Meßspitze in der einen Hand und der anderen an einem Blechstuhl (auf Plastikfüßen) komme ich auf ca. 80 pF.
Das sollte für Piezo-Blitze locker reichen.
-Theo
Hallo,
vielen Dank für die Antwort und den großen Aufwand, den du dir gemacht hast. Ich glaube langsam habe ich es verstanden. Vorallem aber habe ich gelernt, dass es mir wohl nicht gelingen wird, die in der Schule gelernten physikalischen Gesetze aufzuheben. :)
Das Foto zu machen, war eigentlich ganz einfach. Man braucht dazu nur ein Stativ auf dem die Kamera steht und etwas, das den Draht fixiert, damit man ihn nicht halten muss und er dadurch am Foto durch Zittern der Hand unscharf wird.
Den Rest erledigt der Selbstauslöser (um die Hände frei zu haben) und eine voreingestellte Belichtungszeit (von z.B. einer Sekunde), die ausreicht, um in dieser Zeit den Piezo-Zünder einmal zu betätigen.
Mit längeren Belichtungszeiten, kann man dann, sofern es die Helligkeit zulässt, mit etwas Glück auch unbeeinflussbare Blitze (Gewitter) festhalten.
Hier ein Beispiel anhand eines Gewitters vor rund einem Monat (6 Sekunden Belichtungszeit):
tinyurl.com/nwccdu
und ein weiteres mit 13 Sekunden Belichtungszeit, an dem man erkennt, dass alles was in dieser Zeit passiert und hell genug ist, festgehalten wird:
tinyurl.com/lzd3vg (hier habe ich das Piezo-Element an einen Inbusschlüssel angeklemmt und mit einem Schraubenzieher (der wegen der Bewegung, die ihn "verwischt", kaum zu erkennen ist,) jeweils den Ursprung des Blitzes bestimmt und in diesen 13 Sekunden einige Blitze ausgelöst.