Re: Lichtsteuerung mit 230V Gleichstrom

Knolles ELEKTRONIK Forum

Geschrieben von Theodor Wadelow am 05. Februar 2009 19:45:54:

Als Antwort auf: Re: Lichtsteuerung mit 230V Gleichstrom geschrieben von Wolle am 05. Februar 2009 02:07:27:

Hallo,


Die Verteilung der Komponenten stelle ich mir so vor, daß an den Stativen nur die Dimmerpacks bzw, Leistungselektroniken Platz finden, die dann durch Netzwerkkabel mit Impulsen versorgt werden. Ist das OK, oder ist ein Datenbus mit Intelligenz am Stativ besser?

Was passiert, wenn Du eine einfache Steuerimpuls-Leitung hast und evtl. die Lichter an einer anderen Phase hängen als dein Mischpult ? Das könnte problematisch werden.

Warum nicht gleich etwas "Intelligenz" im Dimmerpack:
* Eigene Nulldurchgangs-Detektion,
* "Vorglühlogik"
* Komplette Abschaltung, wenn keine Steuersignale mehr kommen
-> Das integriert men bequem in einen kleienen µC
Der will dann per Datenbus gesteuert werden.

Datenbus:
* Differential Signalling
* bevorzugt galvanisch getrennt
* Protokoll: Wie wäre es denn mit DMX ?

DMX hat als Leitung normalerweise RS485, das bringt einige Vorteile mit, denn
es ist wegen differentieller Signalisierung auch optimal für TP-Kabel geeignet. So wie von Dir gewünscht.

RS485:


Einen galvanisch getrennten RS485-Empfänger kann man sehr einfach mit einem (oder eventuell zwei) Optokopplern bauen, die antiparallel geschaltet sind. So detektieren sie die beiden Polungen des RS485-Signals, in denen ja die Information steckt.
Die "Billigschaltung" mit einem Optokoppler und eir Antiparallelen Diode sollte eignetlich reichen, denn DMX hat explizite "Start und Mark" Bits, so daß Du das Signal auch wenn die Schaltung immer nur eine Polung des Signals "sieht". Vorausgesetzt natürlich, die Polung der RS485 Paare stimmt. Das aber ist mit Netzwerksteckern kein Problem.

Alternativ könntest du natürlich wie bei Ethernet-Netzwerktechnik Trenntrafos benutzwen, das erfordert aber recht aufwändige Datenkonditionierung (Non-Return-To-Zero (NRZ), Nullspannungsausgleich etc.) Da ist RS 485 mit zwei Optokopplern einfacher. 250 Kbit/s ist auch einfach zu machen, berade mit den etwas besseren wie z.B. 6N137, die einen Schmitt-Trigger mit digitalem Ausgang haben.

Einzig nachteilig ist die relativ hohe Treiberleistung für die Optokoppler (ca. 10-20 mA), so daß jeder der Empfänger bereits als Netzabschluss dient. Die für DMX vorgesehenen 120 Ohm Abschlußwiderstände wären quasi die Vorwiderstände für die LED der Optokoppler. Mehrere Geräte parallel an einem Busende anzusteuern wird dann schwierig. (Aber nicht unmöglich denn z.B. der u.A. MAX3082 Treiber kann 100mA, wimre.)

Optional könntest du aber in den Dimmerpacks (haben ja einen Trafo) einen weiteren RS485 Treiberchip eine Art "Loop-Through" Ausgang steuern lassen. Da wäre dann wieder die volle Treiberleistung vorhanden.

Wenn Du einen Treiber für RS485 Leitungen suchst, die tradditionellen SN7517x Treiber kann ich *nicht empfehlen*. Die brauchen schon im "Standby" 40..70 mA und werden dabei ordentlich warm.
Besser sind z.B. MAX308x ; der MAX3082 ist auch bei Reichelt zu kriegen www.reichelt.de/?ARTICLE=57857; Da Du vmtl. nur einen Treiber pro "Strecke" brauchst, ist eine Handvoll MAX3082 eher geeignet.

Triacsteuerung:


Hinter dem Slave-µP hast Du die Option, die Triacs per MOC34xx zu steuern

Oder aber SSRs wie z.B. www.reichelt.de/?ARTICLE=15438; (ohne internen Nullpunktsschalter !) benutzen.
Das gibt in jedem Falle eine galvanische Trennung vom Triac zm Steuerprozessor.

Versorgt werden kann das ganze mit einem winzigen 5V / 1W Trafo und gut ist ;)

-Theo

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