Re: Kabelfinderbausatz von Conrad zum verstehen

Knolles ELEKTRONIK Forum

Geschrieben von Theodor Wadelow am 29. Dezember 2011 19:01:49:

Als Antwort auf: Kabelfinderbausatz von Conrad zum verstehen geschrieben von Daniel am 28. Dezember 2011 17:54:51:

Hallo,

> Im Falle eines Kabelbruches kann doch aber kein Strom fließen und somit auch kein magnetisches Wechselfeld aufgebaut werden. Wie ist das denn in der Theorie? Vielleicht könnt ihr mir da ja ein wenig weiterhelfen. Vielen Dank im Voraus!

Genau richtig so.
Wie du im Schaltplan siehst, ist der Einang "AE" auch keine magnetische Schleife sondern nur eine Antenne.
Ich vermute mal, daß diese Antenn ahuptsächlich uaf die elektrostatischen Komponenten des 230V 50Hz Wechselfeldes um eine Leitung herum ansprechne soll.
Das sind natürlcih alles Vereinfachungen. Das Ende des "Antenndrahtes" (wo wird der denn im Bausatz nageschlossen?) hat natürlich eine Kapazität gegen den Rest der Schaltung.
So kann z.B. ein magnetisches Wechselfeld Strom im Antennendraht hin- und herjagen.

Die Schaltung mit R1 = 10MOhm über dem 1.Osillator gibt sowas wie einen RC-Oszillator ab, wenn man annimmt, daß der Antenndraht selbst als Kapazität fungiert.
Insgesamt ist der 1. Inverter (Pins 1,2) dann ein einfacher Hysterese-Oszillator. Aufgrund des hohen Widerstandes und der geringen Kapazität von AE wird dieser Oszillator aber so (schlecht) funktionieren, daß er selber nicht schwingt sondern auf minimale "Hilfe" durch ein externes (elektrostatisches) Wechselfeld angewiesen ist.

Du könntest ja mal versuchen, mit dem Detektor ein Kabel mit 230V Gleichspannung zu finden ;-) Ich wette das geht nicht.

Bei der Schaltung mit den 10MOhm üver das Gatter bin ich mir übrignes in der Funktion nicht ganz sicher.
Ich meine mal gehört zu haben, daß man CMOS-Gatter mit geeigneter Rückkopplung (vielleicht hier: 10MOhm) in den linearen Modus zwingen kann, d.h. daß das Gatter zu einem einfachen Analogverstärker wird, der allerdings unvergleichlich viel Strom frißt. Das kann hier auch der Fall sein, ich vermag es nicht einzuschätzen.
In diesem Fall wäre der 1. Inverter ein Vorverstärker, der ein schwaches elektrostatisches Feld verstärken soll, so daß es vom 2. Inverter (Pins 3,4) als größeres Signal detektiert werden kann und über bzw. unter die Schaltschwelle kommt.

Die "Detektion von Kabelbrüchen" ist mehr oder weniger unabhängig vom Elektromagnetischen Wechselfeld, denn ein KAblebruch sollte bei Anschluß an das Netz vor dem Kabelbruch ein deutlich meßbares Wechselfeld (elektrostatisch) aufweisen, dahinter nur ein kleines bis garkeines.

Alropos magneteisches Wechselfeld: In einer typischen (Unterputz-)_Netzleitung leigen doch L und N nebeneinander. WEil die Ströme in den Drähten zu jedem Moment in die unterschiedliche Richtung fließen (Phase 1: L zum Verbraucher , N: vom Verbraucher; Phase 2: umgekehrt) sollten sich doch auch die magnetischen Wechselfelder bis auf kleine Störungen aufgrund der mechanischen Separation der beiden Leitungen aufheben. Ein großes magnetisches Feld sollte man doch meistens garnicht messen können.

Den Kommentar von dolf mit dem Abreißoszillator kann ich nur zustimmen; allerdings halte ich das mehr für das Funktionsprinzip der "Metalldetektoren" d.h. kombinierter Leitungs- und Rohrsucher. Dieser Bausatz gehört wohl nicht dazu.

Hast Du die Schaltung ? Funktioniert sie ?
-Theo

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