Re: Spannungsversorgung für 70 Watt Verstärker

Knolles ELEKTRONIK Forum

Geschrieben von Theodor Wadelow am 23. März 2010 19:36:46:

Als Antwort auf: Spannungsversorgung für 70 Watt Verstärker geschrieben von Artur am 21. März 2010 17:28:32:

Hallo,
>Ich hab da eine frage zu dem 70 Watt Verstärker und zwar zur Spannungsversorgung.
> Ich würd diesen Verstärker nachbauen >nur stellt ich mir die Frage mit der Spannungsversorgung wie ich die am besten realisieren kann.
> Läuft der Verstärker auch mit 12 Volt gut ?
Nein, mit 12V läuft er garnicht.
+/-30..35V sind zu empfehlen.

> Da ich noch ein Trafo mit 12 Volt und 20 Ampere liegen habe passende Gleichrichtung wird der sicher gut etwas liefern können.

Wie wäre es, wenn Du dich an ht tp ://knollep.de/Hobbyelektronik/projekte/30/index.htm versuchst ?
Der Verstärker soll mit 12V laufen.

> Weiß vielleicht einer wie viel Ampere der TDA 7294 so im Betrieb zieht ?
Da mußt Du mal ins Datenblatt gucken: ht tp: //www.st.com/stonline/books/pdf/docs/1057.pdf
Seite 2: Absolute Maximum Ratings: I0 = 10A

Da der Ausgangsstom ja irgendwoher kommen muß, solltest Du mit 10A rechnen ;)

Bezüglich der Versorgung könntest du natürlcih eine doppelte Zweiweggleichrichtung für +/-12V aufbauen, damit könntest Du (siehe Datenblatt - Seite 3 - Vs (Supply Voltage) - Vs,min = +/-10V ) berade noch hinkommen.

Allerdings mußt Du mal ausrechnen, wieviel Ohm die Lautsprecher haben, die Du benutzen wilslt und wieviel A durch die dann fließen, wenn Du 100W herausbekmommen willst. Die dabei am Lautsprecher anliegende Spannung muß auch irgendwoher kommen, so daß Betrieb mit +/-12V am TDA7394 bestimmt möglich aber leistungsmäßig kaum sinnig wäre. Natürlich gilt das nicht, wenn Du automotive 1- oder 2-Ohm LKautsprecher verwenden möchtest. Wie gesagt, rechne das mal nach. Und beachte Upeak = √2 * Urms

Andere Frage: Hast Du denn schonmal einen (kleinen) Verstärker gebaut ? Ich möchte nicht herablassend klingen, aber vielleicht solltest Du erstmal mit einem kleinen Verstärker üben. Da ist nämlich im Fehlerfalle erheblich weniger Schadenspotential vorhanden ;) Ich würde Dir )erstmal) zu einem einfachen TDA2030-Verstärker, z.B. ht tp ://www.amateurfunkbasteln.de/nfamps/nfamps.html raten. So einen Verstärker zu bauen dauert mit allen Vorbereitungen, Planungen etc. maximal einen Tag und dann hast Du was Schickes laufen.

Was beim TDA7294 nämlich passiern kann, ist z.B. Eigenschwingung. Das habe ich selbst erlebt, da ich keine Layout von KnolleP genommen habe sondern den Verstärker auf Lochrasterplatine "einfach mal so" aufgebaut habe. Dabei hatte ich dann mit C4/R3 im Rückkoppelpfad einen Schleife um die Spannungsversorgung gelegt und der Verstärker schwang hervorragend aber unter großer Hitzeentwicklung mit ca. 200 kHz an +/-15V vom Labornetzteil. Garnicht auszudenken, was passiert wäre hätte ich da volle +/-35V draufgelegt.
Insofern wünsche ich Dir ein paar Erfahrungen mit kleineren und einfacher zu beherrschenden Verstärkern, bevor Du die großen Eisen anpackst.

20W reichen auch völlig, um Eltern/Geschwister/Nachbarn bis in den Rand des Wahnsinns zu treiben (Eigene Erfahrung™).

-Theo

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