> Möchte eine Überlast-Meldeeinrichtung bauen mit Hilfe folgender Bauteile:
> 2 Stk. Wägezellen 4-Draht, 2mV/V Versorgungsspg. 24VDC.
Werner, ich kann nur warnen: Das "simple" Problem des Messens mit einer Wägezelle wird recht kompliziert, wenn man nicht auf Drift und Temperaturkompensation und die Problematik des Kalibrierens von Offset und Verstärkung vorbereitet ist.
Das Wiegen mit einer Wägezelle ist kein Anfängerprojekt.
Ich habe selbst mal eine Wägezelle mit einem aus günstigen TL084 zusammengeebauten Differnezverstärkern betreiben wollen, das ging nicht sehr gut. Die Drift (in einem Wohnraum, bei "konstant" gefühlten ca. 20 °C) war so groß, daß ich im Last-Bereich von 10-20 kg Werte zwischen 5 und 30 kg abgelesen habe, wenn das System nicht kurz vorher mit einer Kiste Bier (wörtlich!) auf die 13,x kg dieser Kiste "kalibriert" wurde. An "Langzeiteinsatz" über Nacht oder gar mehrere Tage war nicht zu denken.
Also mache Dich auf das Schlimmste gefasst und lies erstmal viel Literatur, damit Du die Probleme mit den kleinen Signalen der Meßzelle verstehst.
In der folgenden Linkliste ist auch die eine oder andere Schaltung zu finden, die Dir u.A. mit dem Differenzverstärker weiterhilft.
www.edn.com/article/CA6466208.html (-> PDF-Version ist besser)
www.edn.com/article/CA6636506.html
archives.sensorsmag.com/articles/0500/52/index.htm
Vor längerer Zeit fiel mir als Operationsverstärker der ADA4051 von Analog auf.
Vielleicht ist das was. Der wirbt mit "zero drift", ist aber nicht ganz billig.
Sonst vielleicht irgendwas aus der INxxxx Instrumentatuion Amplifier Serie von Burr-Brown/Ti
Typenliste als Anregung: OPA333,OPA334/OPA335, LTC2054/LTC2055, INA128, INA333
Zur Schaltung:
Die 24V für die Brücke solltest Du auf jeden Fall gründlich filtern und stabilisieren.
Außerdem würde ich an deiner Stelle prüfen, 5V Brückenspannugn ausreichen, denn die driftarmen OPAxxx Opamps scheinen alle mit 5V maximaler Versorgungsspannugn zu arbeiten. 5V erzeugst Du dann aus einer präzisen Referenzspannungsquelle, die auch dein Einstellpoti versorgt. Dann hast Du zwar nurnoch 5/24 des Vollausschlages, also 410µV/Vollast aber Du kannst mit präziseren Verstärkern arbeiten.
Und noch ein wort der Warnung an die Verstärkung: Verstärkung von mehr als ca. 100 schreit meiner Erfahrung nach nach Problemen. Also lieber mehrstufig verstärken. Mit 2mV Full-Scale wird Du das Singnal von den Zellen ja um mindestens den Faktor 2000 (auf dann 4 V) "aufblasen" wollen, bevor Du den Vergleich mit dem Referenzwert machst. Bei auf 5V reduzierter Brückenspannugn wäre dann Verstärkung um ca. 10000 nötig (410µV FS -> 4V FS)
Das zum Kalibrieren dringend nötige Offset solltest Du irgendwo in der Mitte der Verstärkungskette dazuaddieren, damit das Signal niemmals in den Bereich der Versorgungsspannungen gerät.
Falls Deine Überlastanwendung sicherheitsrelevant ist, empfehle ich dringend eine Firma damit zu beauftragen, damit Du nicht für eventuelle Folgeschäden geradestehen mußt, wenn deine Schaltung versagt oder im Betrieb wegdriftet :-(
>Vielleicht haben Sie einen Schaltplan, wo ich, wenigstens, die beschaltung des erforderlichen Differenzverstärkers
>und die erforderliche Type, entnehmen kann?
Das ist der Knackpunkt. Das Design muß aufeinander abgeastimt sein und das ist die üblicherweise teuer bezahlte Expertenarbeit.
Hinter dem Differenzverstärker kommt dann die Vergleicherstufe (mit Hysterese!) die die Wägespannung mit der Referenzspannugn (vom Poti) vergleicht. Hierauf folgend dann die Anzeigetreiber für die grüne Lampe und alles weitere.
-Theo