Re: Grundlagen zum Netzteil-selbstbau

Knolles ELEKTRONIK Forum

Geschrieben von Theodor Wadelow am 25. August 2009 12:11:52:

Als Antwort auf: Re: Einige fragen zum Netzteil-selbstbau geschrieben von ebbi am 24. August 2009 15:16:12:

Hallo,

Ich glaube, späte Antworten auf Originalposts werden kaum beachtet.
Deshalb krame ich hier nochmal die Originalfrage raus:


ich hab hier noch einen alten Trafo rumliegen der folgende Ausgangsspannungen liefert:6,12,18,24,30 und 36 Volt. Hat jemand eine Schaltung bzw. Erklärung Parat, wie ich die Spannungen glätten kann?Desweiteren interessiert mich, wieviel Ampere der Trafo auf den Einzelnen Spannungen liefern kann. Bei 36 Volt steht 3A daneben das wird ja wohl nur für die 36 Volt gelten oder? Vielleicht hilft ja noch die Angabe "75 VA" was aber eher auf die Gesamtleistung in Watt zurückzuführen ist oder bin ich nu ganz falsch? Ein gehäuse, stecker und 4mm² Leitung(Dürfte ja wohl ausreichend Dimensioniert sein!?) hab ich noch hier rumliegen. Frage wäre auch, inwieweit mehrere Spannungen gleichzeitig abnehmen kann ohne dass das ding in die Luft fliegt.

Zum Trafo:


36V·3A sind aber schon 108 W ! Das sind nicht 75 VA, insofern stimmt da was nicht.
Die Maximalleistung sollte bei 75VA oder 3A liegen. Wenn man den 6V Ausgang des Trafos betrachtet ist bekannt, daß 75VA hier über 12A wären, das geht vermutlich nicht. Man sollte es auch an der Dicke der Drähte erkennen können. Trafos für 12A Sekundär habe nschon recht dicke Wicklungsdrähte.
Ich denke, der Trafo kann 75VA oder 3A, je nachdem, was kleiner ist.

Man kann von so einem Trafo prinzipiell alle Spannungen abnehmen. Auch solche, die sich durch Kombination ergeben.
Das geht auch gleichzeitig, allerdings dürfen in jeder Wicklung maximal 3A fließen und die gesamtleistung darf 75VA nicht überschreiten.

Das macht das eigenltiche Problem bei der Absicherung des Trafos: Jeden Ausgang mit 3A abzusichern reicht nicht, denn kombiniert könnten die Ausgänge mehr als 75VA ziehen und dann brennt u.U. die Primärseite ab.

Leider beeinflussen sich die Ausgänge auch alle gegenseitig, d.h. wenn man auf 6V ordentlich Strom zieht, dann wird die Spannung an den anderen Ausgängen auch etwas geringer.

Zur Gleichrichtung und Glättung


Das Elektronik-Kompendium erklärt hier die Grundlagen der Gleichrichtung:
www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/0201071.htm
www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/0210251.htm

Was tun ?


Womit arbeitest du denn oft ? Wenn Du z.B. viel mit Beleuchtung allgemein oder Autolampen speziell arbeitest, dann würden einzelne Ausgänge für 6,12 und 24V Wechselstrom reichen.
Möchtest Du Gleichstrom, dann wird die Sache schon etwas schwieriger, da im Leerlauf die Spannung am Elko bis auf das ca. √ 2-fache der Wechselspannung steigt. Für kleien Lampen oder z.B. ein Autoradio kann das den Tod bedeuten, wenn sie statt 12V DC etwa 16V DC bekommen !
Hier will man eine stabilisierte Ausgangsspannung. Schaltungen gibt das Elko an:
www.elektronik-kompendium.de/sites/slt/index.htm#4

Nun könnte man für Laborzwecke Wechsel- und Gleichspannungen kombiniert bereitstellen, muß allerdings auf die gegenseitigen Abhängigkeiten achten.

Ich empfehle der einfachheit halber einen recht einfachen Ansatz, bei dem alle Ausgangswicklungen abgesichert werden.
Da man an die Wicklungen nicht direkt herankommt, muß auch der 0V-Anschluß abgesichert werden.
Ein "wegfliegender" 0V-Punkt hat zwar auch unangenehme Konsequenzen, aber nicht die, daß der Trafo abbrennt.
Die Spannugn en werden dann nurnoch zwischen 0V und der jeweiligen Spannugn abgegriffen.

Man könnte mit einem 6- Stellungs-Schalter Die Spannungen 6..36V in 6V Schritten als Wechselspannung anbieten.
Hinter dem Schalter macht eine Gleichrichter/Elko Kombination (Dick: Gleichtrichter 50V ; 10A; Elko 10000µF/63V oder mehr) dann ungeregelte Gleichspannung draus, wenn man mal einen DC-Großverbraucher testen möchte.
Das ganze träge abgesichert und los gehts.

Oft benötigte Festspannungen:


Aus 6V AC könnte man sich nochmal 5VDC 3A regeln mit Brückengleichrichter und 78T05
und aus 18V AC 12V DC 1A mit Brückengleichrichter und 7812
und aus 24VAC oder 30VAC 24V DC 1A mit Brückengleichrichter und 7824

Für Operationsverstärkerschaltungen könnte man auch per Einwegleichrichtung aus 12VAC ca. +/-15V DC 1A ungeregelt generieren. Oder wenn man das aus 18VAC machte, dann könnte man +/-15V 1A auch regeln. Die bekannten 1A Festspannungsregler 7815 und 7915 wären hier genau richtig.

Und schließlich noch der regelbare "Labornetzteil" Teil:


Mit einem 60Vin Schaltnetzteil könnte man sehr bequem bei akzepzabler Effizienz aus den gleichgerichteten 36V ca. 75W Gleichspannung entnehmen. Das ermöglicht dann ggf auch Ströme wie 12V 6A (72W) im Ausgang, da ja das Schaltnetzteil diese Ströme übernimmt. Aufwand un Komplexität sind hier aber nich mehr auf Anfängerniveau.

Wem das zu kompliziert ist, der nehem einen LM317 (1,5A max) und klemme ihn an den brückengleichgerichteten 24V Abgriff.
Gut kühlen ! Effizientz ist zwar für die Tonne, aber so eine Schaltung gilt als recht betriebssicher und einfach zu bauen.
Schltung müßte im ELKO bei "Stabilisierungsschaltungen" (Link oben) zu finden sein.
Man könnte die Eingangsspannugn des LM317 je nach benötigter Ausgangsspannugn umschalten, aber das macht Mühe und Aufwand.


Um die 75W Maximal zu garantieren würde ich den Eingang einfach entsprechend träge absichern.
Das wären dann 0,315 A (72W bei 230V für die pessimisten oder 0,4A (92W@230V für die Optimisten)
-Theo

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