für Laborzwecke möchte ich einen Funktionsgenerator oder etwas ähnliches als Herzschrittmacher einsetzen.
Anforderungen: Frequenz 0,5-3 Hz, Ausgangssignal 1-10 Volt an ca. 100-2000 Ohm, Rechteckimpuls, Impulsdauer 0,4-3 msek, zwischen den Impulsen keine Spannung, also offset genau 0 Volt.
Gibt es da etwas passendes bei Conrad und Co?
Vielen Dank, pacer.
Hallo Pacer,
ganz so einfach wie Du dir das vorstellst ist das wahrscheinlich nicht. Ich gehe mal davon aus, daß Du das Gerät in Tierversuchen einsetzen willst (am Menschen wäre Selbstbau praktisch nicht möglich, nur über Zulassung bzw. Unbenklichkeitserklärung einer Zulassungsstelle).
hier eininge Kommentare:
1) externe Schrittmacher arbeiten meist als Stromquelle, die Impedanz entspricht etwa dem von Dir angegebenen Bereich (Die Stromquellenschaltung wird primär aus Sicherheitsaspekten gewählt, bei Impedanzschwankungen durch Sondendislokation z. B. versucht die Schaltung, den Strom durch Erhöhen der Spannung zu halten).
2) Du stimulierst keinen ohmschen Widerstand, sonder eine Impedanz mit ausgeprägter kapazitiver Komponente (Helmholtz-Kapaziät). Dadurch lädst Du das Gewebe am Stimulationsort auf (das kann sein, muß aber nicht sein!). Folge wäre eine analog zur Aufladung steigende Reizschwelle - bis hin zum Stimulationsverlust. Daher geben alle Schrittmacher einen sogenannten "Recharge"-Impuls ab. Dieser Impuls entspricht ladungsmäßig etwa dem Stimulationsimpuls, nur ist eben dessen Amplitude dem Stimulationsimpuls entgegengesetzt in der Polarität und unterschwellig (einige 100mv)und dafür einige ms lang.
3) Stimuliert wird üblicherweise mit negativen Impulsen (kathodale Stimulation). Anodale Stimulation gilt nach frühen Veröffentlichungen als proarrhythmisch und wird daher vermieden.
4) Bei implantierbaren Herzschrittmachern wird der Impuls durch Entladung eines Kondensators abgegeben- der Schrittmacher verhält sich also wie eine recht niederohmige Spannungsquelle.
5) Du kannst die Stimulationsimpulse durch geschicktes kombinieren zweier Funktionsgeneratoren bzw. Impulsgeneratoren erreichen, das geht im Laboraufbau recht gut. Grundsätzlich benötigst Du einen Timer für den Stimulationsimpuls (~1ms), 1 Timer für das Recharge-Intervall (~10ms) sowie einen Timer für das Stimulationsintervall. Mit triggerbaren Funktionsgeneratoren oder Pulsgeneratoren geht sowas einfach - aber solche Generatoren gibt`s nicht bei Conrad. Eigentlich eine typische Anwendung für einen Microcontroller, vielleicht geht sowas auch mit einer PC-Soundkarte (Google mal nach "Arbiträrer Funktionsgenerator" und "PC". Das sind Generatoren, die am Ausgang beleibig programmierbare Kurvenformen erzeugen. Kritisch wird die Elektrode sein - hier kommen eigentlich nur Platinelektroden zur Anwendung - meist bechichtet mit Schwarzplatin oder Iridium.
Viele Grüße
Hartwig